Sonntag, 19. Juni 2016

Ein gemütlicher Samstag-Abend im Kreise der Familie

Ups, lange schon nichts mehr von mir hören lassen.....
deswegen gibt es heute mal wieder neue Satire - gab's eh schon länger nicht mehr



Ein gemütlicher Samstagabend im Kreis der Familie
Endlich Wochenende und somit der Zeitpunkt der Woche, an dem keiner in die Schule oder zur Arbeit muss – Zeit füreinander und miteinander.
Wir entscheiden uns für einen Fernsehabend, kaufen dementsprechend vormittags schon die wichtigen ungesunden Utensilien ein und kaum bricht der Abend an, geht es an die Entscheidung was geguckt werden soll. Zuerst bricht ein hysterischer verbaler Kampf zwischen den beiden Prinzessinnen aus, die sich gegenseitig Film- und Serientitel um die Ohren hauen, welche von der jeweils anderen mit Unmutsäusserungen quittiert werden:
„Das ist kindischer Scheiss, das will ich nicht sehen!“
„Diesen Langweiligen Dreck kannst Du Dir alleine anschauen!“
„Wenn wir das gucken müssen,  zieh ich aus…!“

Bevor die Situation zu eskalieren droht, beruhigen wir die Aufgebrachten mit Gummibärchen, die wir ihnen direkt in den Rachen stopfen – die so entstandene sofortige Stille, die nur durch Röchelgeräusche unterbrochen wird,  nutzen wir um unsere eigenen Vorschläge vorzutragen, die einstimmig angenommen werden.
Zuerst wird der gemütliche Sessel zurecht geschoben, den ich vor einigen Wochen ins ohnehin überfüllte kleine Wohnzimmer platziert habe – die Idee dahinter war, dass wir nicht so gnadenlos aufeinander hocken müssen und Mama – also ich – beim Filmegucken weiter ihre ausladenden Handarbeiten machen kann. Ein Dreiersofa, ein Zweiersofa und ein Sessel…. 
Das sollte für 4 Personen locker zu Agoraphobie führen könnte, also die Angst vor weiten Plätzen. Der Sessel wurde kurzerhand nach einem unwesentlichen Handgemenge und einer kleinen Platzwunde, die durch das Gerangel entstand, von unserer Jüngsten annektiert und nur noch verlassen, wenn die Schulpflicht und der Schlaf rufen (die Kleine hat eine Blase wie ein fünfzigjähriger Seemann).  Auf dem Dreiersofa nimmt die ältere Tochter liegend Platz und das letzte Drittel wird von der Katze, die wir vergessen haben einzuberechnen, in Beschlag genommen.  Der weltbeste Ehemann von allen und ich quetschen uns nun auf das Zweiersofa… ist ja egal, ich muss keine großen Projekte am Samstag arbeiten, hab ja noch genügend Socken zum Stricken. 

Nun sitzen wir also alle erwartungsvoll vor der Glotze und der gemütliche cineastische Abend kann beginnen. Das Intro dröhnt aus den Lautsprechern der Surround Anlage und kaum flimmert die erste entscheidende Minute des Films über den Schirm, schallt es aus dem Sessel: „Mamaaaaaaa kann ich Tee?“
Ich lasse sofort die Nadeln fallen und während ich noch frage, ob noch jemand Tee möchte – was einstimmig mit „Ihich!“ beantwortet wird, quetsche ich mich an meinem Göttergatten vorbei in die Küche. Es lohnt sich nicht wieder hinzusetzen während der Wasserkocher arbeitet, also räume ich in der Zwischenzeit den Geschirrspüler aus, säubere die Herdplatte, schnipple noch etwas Obst und Gemüse in eine Schüssel. Nachdem in allen Tassen ein Beutel im heißen Wasser vor sich hin zieht, quetsche ich mich an meinen Göttergatten vorbei auf meinen Platz und wundere mich über die Schauspieler auf dem Bildschirm – wusste gar nicht, dass die bei dem Film mitwirken. Meine Familie klärt mich auf, während meiner Abwesenheit wurde kurzerhand der ausgewählte Film für blöd und langweilig erklärt und der Alternativfilm angeworfen. 

Nun weiß ich Bescheid und ich stricke zwei Reihen, als mir einfällt, dass die Tees sicherlich nun fertig gezogen haben. Ich laufe zweimal hin und her, der eine will seinen Tee schwarz ohne was drin, die andere mit Zucker, die nächste mit Milch… fertig. Ich sitze endlich wieder und jemand drückt die Fernbedienung – Stop – „Ich hol mir was zu knabbern“ „Ich geh aufs Klo“… die Familie zerstreut sich in die anderen Räume, ich sitze mit meinem Strickzeug alleine auf dem Sofa und starre die schönen Bilder des Bildschirmschoners an. Nachdem alle erledigt haben, was zu erledigen ist, wird der Film weiter fortgesetzt – ich habe keine Ahnung worum es geht, weil ich nur noch das Rascheln diverser Knabberpackungen höre, aber meine Teetasse ist leer und ich quetsche mich an meinem Mann vorbei, um mir neuen Tee zu machen – ein Blick auf den Tisch verrät mir, dass alle anderen noch versorgt sind. 

Das Wasserkochergedöns und das Ziehen nutze ich, um einen Zigarette auf dem Balkon zu rauchen, es lohnt sich nicht in der Zeit das Sofa aufzusuchen.
Kaum sitze ich mit meiner zweiten Tasse in meiner mir zugewiesenen Sofaecke, schreien mindestens zwei Menschen im Raum „Ich will auch noch Tee“, die Tassen wurden in der Zwischenzeit wohl geleert. Strickerei weg, aufstehen, Mann vorbeiquetschen, Küche, Wasserkocher.
Alle haben jetzt wieder Tee, meiner ist kalt, ich sitze. Katze streckt sich, hüpft vom Sofa und läuft Richtung Tür… nur ich bemerke das. Strickerei- aufstehen-quetschen, ich nehme noch den mittlerweile entstandenen Müll mit raus und während ich die Katze raus lasse kann ich die komplette übervolle Mülltüte auch gleich in die Tonne schmeissen. 

Ich sitze wieder und drei Augenpaare gucken mich an „Mama, sollen wir dir erzählen, was bisher geschehen ist?“ Ich bitte darum und versuche den noch laufenden Film auszufiltern, während mir meine zwei Töchter zwei völlig verschiedene Inhalte erzählen, die keinerlei Sinn ergeben. Ich täusche Verständnis vor damit es endlich weiter geht und wir müssen die Stelle suchen, an der wir waren, weil während der Zusammenfassung wohl die Handlung eine wesentliche Wende erfahren hat und sich nun keiner mehr auskennt. Da wir online bei einem namhaften Filmanbieter Kunden sind, bricht die Suche nach der richtigen Stelle fünfmal wegen schlechter Internetverbindung ab. Kaum läuft der Film wieder, stellt meine Jüngste fest, dass ihr ausgewähltes Knabberzeuchs gar nicht lecker ist, sie stellte es sich irgendwie leckerer vor: „Mamaaaaaa, haben wir noch Popcorn?“ Wir haben und ich quetsche mich mit dem Strickzeug in der Hand am Weltbesten vorbei und suche die Packung. Während es in der Mikrowelle vor sich hin ploppt, könnte ich ja noch eine Zigarette rauchen. Ich ziehe und die Zigarette miaut… ich gucke nach unten und stelle fest, dass die Katze es sich anders überlegt hat und wieder rein möchte. Ich hole die heisse Tüte aus der Mikrowelle, Popcorn rein in die nächste Schüssel, die Treppe runter und die Katze rein.

Am Mann vorbeiquetschen, sitzen… wo ist mein Strickzeug eigentlich? Aufstehen, Mann quetschen, Strickzeug suchen, Mann quetschen, hinsetzen, drei Maschen stricken und ich merke, dass meine Augenlider schwerer sind als der Müllbeutel, den ich vorhin entsorgt habe. Ich erhebe mich von meinem Strickzeug, quetsche es meinem Mann irgendwohin und schleppe mich Richtung Treppe zum Schlafzimmer, die jungfräulich unberührte Schüssel Rohkost nehme ich gleich mit in die Küche  - morgen gibt es Gemüseauflauf und Kompott.
 Am Montagvormittag, wenn alle ihrer Bestimmung nachgehen, breite ich mich auf den beiden Sofas aus und guck mir den Film in aller Ruhe an, garantiert nur unterbrochen von zwei bis drei Paketbringdiensten, die gar nicht meine Post abliefern, sondern die der Nachbarn bei mir deponieren, jeder die Katze reinlassend, die jedesmal 5 Minuten später dringlichst wieder raus möchte.
Ganz ehrlich? Fernsehen wird total überbewertet.

 



Samstag, 2. April 2016

Blubie und die tollen Frauen

Ha! Diesmal hat es nicht wieder so lange gedauert, bis ich in die Tasten haue... was sagt Ihr nun!?

Ich erwähne ja immer wieder die tollen Frauen in meiner Nachbarschaft, die einfach mal so Dinge vorbei bringen, die mich glücklich machen. Es ist schon wieder passiert!
Vor einiger Zeit drückte mir meine liebe Nachbarin eine Plastiktüte in die Hand und darin fanden sich wunderbare Schnickschnackdingelchen für meine Kartenbasteleien.


Wow! Eigentlich hätte ich am liebsten gleich zu sortieren begonnen und die schönen Sachen zu verarbeiten, aber das muss leider erst einmal warten. Kartenbasteln braucht seine Zeit und die ist grad gar nicht... kommt aber wieder.

Und gestern läutet eine andere Nachbarin an der Tür und bringt mir eine prall gefüllte Tasche mit den herrlichsten Stoffresten vorbei, die man sich nur erträumen kann. Ich kann nur sagen: das gibt Patchworkdecken ohne Ende!

Das Handarbeiten geht grad ein wenig schleppend voran, die Ferienzeit bedeutet ein wenig Blockade, aber wir haben ja auch viel geräumt und sortiert. Nach meinem eigenen Befreiungsschlag punkto Bücher und Zeitschriften, hat es nun meine Mädels erwischt. Nicht freiwillig versteht sich, aber wenn man wieder sein Handy zurück haben möchte, dann klappt das schon mit dem Aufräumen. Ja, ich weiss, ich kann eine böse böse Mutter sein.
Da mir vor einigen Tagen so richtig der Kragen geplatzt war, wurde sortiert, ausgemistet und aufgeräumt. Kisten wurden ausgeleert und auf dem Boden vereinten sich Barbie-, Monster High-, Lego- und Playmobilkrams.... echt  jetzt, ich kann das alles kaum auseinander halten und bewundere meine Mädels, wie sie zielsicher ganz genau wissen was wozu gehört. Ich kann die meisten Sachen mit meinen Wurstfingern ja noch nicht mal vom Boden aufheben, so klitzeklein ist das. Ich habe mit ihnen den Anfang gemacht und dann ging der Rest von ganz alleine... und siehe da, sie hatten - so Originalwortlaut - sogar Spass dabei.

In den freien Minuten dazwischen, war ich abwechselnd am Nähen und am Häkeln.
Da stapeln sie sich, wie die Orgelpfeifen, die Grannies, die mal eine Decke werden sollen.

 Zwei Patchworkdecken in spe, die gelb-grüne ist schon fast verkauft und die grau-rosa befindet sich im Werden. Ich mache jetzt immer gleich zwei auf einmal fertig, weil die Endarbeiten auf dem Boden rutschend dann irgendwie nicht ganz so hoffnungslos erscheinen: zwei auf einen Schlag = nur einmal Rückenschmerzen.
Und seit zwei Tagen befinde ich mich in einem Farbenrausch. Ich wollte nie über Kleidung oder Mode sprechen, Ihr kennt mich - ich bin nicht so. Aber nun tu ich es doch: Asche über mein Haupt.

Ihr wisst ja, ich lauf ja meist in schwarz herum - als alter Gruftie finde ich das einfach toll: alles passt zusammen und überhaupt. Nun habe ich vor zwei Jahren Gudrun Sjöden entdeckt - "Gudrun was?" höre ich Euch bereits fragen. Das ist ein Modelabel für Menschen, die Pippi Langstrumpf mögen,  IKEA zum Anziehen... einfach toll, so extrem bunt, dass es richtig happy macht.
So sehen die Kataloge aus


Bonbonfarben kombiniert mit allen Mustern, die es überhaupt gibt und jeder Katalog ist ein Kunstwerk und thematisch aufgebaut. Einfach nur endlos darin zu blättern macht grossen Spass.... mehr kann man eigentlich eh nicht wirklich machen, weil die Preise extremst sind. Als ich vor zwei Jahren darauf gestossen bin, habe ich erst einmal einen kleinen Griechenlandurlaub für eine Person verbraten.
Ausgestattet mit einigen schönen Stücken, die sich endlos miteinander und auch mit meinen schwarzen Sachen kombinieren lassen, war ich erst einmal zufrieden und habe mir absolutes Kaufverbot auferlegt - mit dem Endeffekt, dass ich bei jedem neuen Katalog heulen hätte mögen und mir ganz ganz arm und einsam vorgekommen bin: Ersteweltprobleme halt.

Vor zwei Tagen ist es dann passiert - ich habe eine Gudrun Sjöden Flohmarkt Gruppe auf Facebook entdeckt und ich weiss jetzt wie es sich anfühlt, wenn man durch eine Religion erleuchtet wird. In dieser Gruppe wird getauscht und verkauft, beraten und getröstet, Tipps gegeben und endlos positive Energie ausgeschüttet. Wow! Was für Frauenpower... ich konnte mich kaum noch loslösen und habe gestöbert, gelesen, mir Fotos angesehen und das Wort "Schwester" bekam eine neue Bedeutung. Ein völlig eigener Menschenschlag, das ist kein Modelabel, das ist eine Philosophie... und so bin ich wieder versöhnt, dass ICH über Klamotten schwadroniere... in Wirklichkeit wälze ich ja grosse Gedanken.
Großartig, ich konnte stundenlang dem Terror, den Kriegen, den Problemen der Welt entfliehen und bekam noch nicht mal richtig mit, dass Genscher tot ist, obwohl nebenbei die Flimmerkiste lief und auf Phönix bereits seit 2 Stunden Sondersendungen über ihn liefen.
Ich war im Wunderland... scheiss auf die echte Welt.... genoss die positive und liebevolle Stimmung und badete im Farbenrausch.
Wenn da draussen mal wieder alles durchdreht und ihr mich nicht findet... ich bin dann mal Sjöden.

Und bis meine Secondhand-Teile (endlich mal Gudrun, die man sich auch leisten kann) vom Postboten gebracht werden, lasse ich mich optisch von meinen Balkonblumen (nun also doch) verzücken... Wochenende soll warm werden - endlich wieder Balkonien, endlich wieder Garten!


Bleibt gesund und mir gewogen
Eure bunte Blubie





Samstag, 26. März 2016

Frühlingsgefühle

Nein, ich zeige Euch heute weder Frühlingsblumen aus Balkonien,  noch Schneeglöckchen im Garten und auch keine Osterdeko.... schaut eh alle Jahre gleich aus.

Ich dachte nur, ich sollte mal wieder was tippen... egal was, hauptsache mein Blog staubt nicht völlig ein - das letzte Mal liegt ja schon wieder ein Weilchen zurück.

Aber ich bin schwer dauerbeschäftigt und nähe seit Wochen nur noch Patchworkdecken bzw. häkle diverse Quadrate.



Ich könnte Euch erzählen, wie ich vor ca. zwei Wochen morgens überlegt hatte, ob ich nicht ein paar Bildbände aussortieren könnte. Immerhin schlägt man das meiste Wissenswerte mittlerweile im Internet nach.... nun, nach dieser kurzen Überlegung hatte ich plötzlich zwei kniehohe Stapel im Raum stehen. Weil ich schon mal dabei war, schnappte ich mir noch eine Buchreihe, die gefährlich knapp in der zwoten Reihe stand und nicht viel Platz hatte. Raus aus dem Regal und rüber ins Esszimmer,  wo sie natürlich erst recht keinen Platz fanden... ausser, wenn ich mich endlich von Land-Lust, Land-Idee, Land-Zauber, Land-Ei etc pp trennte..... gedacht - getan. Nach kurzem Durchblättern flogen die alten Illustrierten in die Tonne - die Buchreihe nahm den Platz locker ein.
Okay, da ich nun schon in Fahrt war, kümmert ich mich nun um meine zwei China-Regale, in denen sich die China-Romane und Bildbände drängelten. Brauche ich wirklich Politische Abhandlungen über das Reich der Mitte aus den 70er und 80er Jahren, Reiseführer aus der selben Epoche oder 5 Konfuzius-Spruch-Bände? Nöööööö, weg damit!

Die Regale sahen nun aufgeräumt und sauber aus..... laufen konnte man in den Zimmern  nicht mehr: überall Bücherstapel. Die Vorhänge und auch das Sofa sahen nicht aufgeräumt und sauber aus.... na gut, dann holte ich halt die Leiter und nahm die Vorhänge ab. Während diese in der Waschmaschine ihre Runden drehten, zog ich noch den Sofabezug ab und da die Fenster ja grad so schön frei waren, holte ich noch einen Eimer Wasser und fing diese an zu putzen.

Morgens um 8:15 war also dieser Bildband-Gedanke gedacht, um 16 Uhr taten mir Hände und der Rücken weh.... aber die Wohnung konnte sich wieder sehen lassen.

Die Bücherstapel wurde ich in den nächsten zwei Tagen los, ein paar wanderten ins Schönauer Bücherregal, ein paar in eine Internet-Tauschplattform und der Grossteil steht jetzt in der Bibliothek des Gymnasium.

Ich kann Euch sagen - sich von Dingen zu befreien, befriedigt enorm.

Und nun werde ich weiter Rechtecke aneinander nähen, die zukünftigen Besitzer warten schon darauf und während ich nähe, freue ich mich schon auf meine beiden Lesungen im April und Mai, die werden meinen Adrenalinspiegel wieder schön in die Höhe treiben.

Euch wünsche ich ein schönes Osterfest




Freitag, 5. Februar 2016

Raus aus der Stoffrestekiste - rauf aufs Sofa

Heute möchte ich Euch von der Deckenwerdung eines Stoffrestes erzählen und Euch mit Zahlen und Fakten rund um eine Patchworkdecke und deren Entstehung langweilen ;o)

Meistens beginnt der Prozess hier vor diesem Materialregal, aus den Kisten mit Stoffresten (die beim Nähen anderer Projekte entstehen, oder vom Schnäppchentisch geholt wurden) wähle ich die Farben meiner Wahl aus.

 Bei unserem Anschauungsbeispiel benutzte ich extra gekaufte Patchworkrollen, die farblich zusammengestellt waren - die hatte ich entdeckt beim Kreativmarkt und mich dort direkt in die Farbzusammenstellung verliebt.
 Aus festem Karton fertige ich eine passende Schablone an und dann werden unzählige Quadrate mit einem Bleistift oder Fineliner auf die Rückseite der rausgesuchten Stoffe gezeichnet... in unserem Fall waren es natürlich nicht "unzählige", sondern exakt 280. Diese Quadrate werden dann mit einer Stoffschere ausgeschnitten und bereits nach dieser Arbeit plagen mich mein steifer Rücken und die Blasen an der Hand vom Schneiden.
 Die Quadrate müssen nun eventuell gebügelt werden, je nachdem in welchem Zustand sich der Stoff befindet, und sie werden vorsortiert, denn beim Zusammennähen sollte man darauf achten, dass nicht unbedingt gleiche Stoffe nebeneinander landen, bzw. vielleicht soll die Anordnung ein Muster ergeben.
 Nun werden die Quadrate schön aneinander genäht, bis man die gewünschte Breite der künftigen Decke erreicht hat
das wiederholt man so oft

... bis alle Quadrate zu Streifen vernäht worden sind, die nun in der richtigen Reihenfolge aneinander genäht werden. Dies ist der stressigste Teil... für den Rest der Familie, denn zum einen liegen überall sortierte Stoffstreifen herum, die ja nicht berührt oder bewegt werden dürfen, zum anderen ist die Mutter kaum ansprechbar und letztlich nimmt Mutter samt Handarbeit den kompletten Raum ein - vorzugsweise das Wohnzimmer.

Ist der letzte Streifen verarbeitet, sieht das gute Stück schon verdammt nach Decke aus und lässt das eigene Herz höher schlagen, es geht in die Endphase.
 Das Finale erfordert regelrechten Körpereinsatz und viel Platz, diesen gibt es nur bei uns im Esszimmer, das vor dieser Arbeit selbstverständlich erst einmal gründlich gesaugt werden muss und der massive Tisch muss ein wenig zur Seite geschoben werden. Nun kann das üppige und in etlichen Metern gekaufte Vlies ausgebreitet und zugeschnitten werden
 Normalerweise wird der Seitenstreifenstoff in akribischer Massarbeit zugeschnitten - hier hatte ich Glück und konnte die bereits vorgeschnittenen Streifen aus den Rollen verwenden, die freundlicherweise zuviel waren und farblich wunderbar abgestimmt sind.
 Aber soweit sind wir ja noch gar nicht - jetzt kümmern wir uns um den Rückenstoff, der bei meinen Decken immer aus einem Stück besteht. Da es sich hierbei um ein großes Stück Stoff handelt, brauche ich erst gar nicht in meinen Restekisten zu schauen, ich bestelle sie extra passend zum Projekt.
 Ein kritischer Blick verrät mir: ich kann noch nicht zuschneiden, erst muss der Bügelladen aufgestellt werden und das gute Teil geglättet... seufz, darauf hab ich ja nun echt keinen Bock - aber was muss, das muss.
Endlich kann ich mich ans Zuschneiden machen, nachdem alle Seiten festgesteckt sind und meine Knie vom Ambodenrumrutschen genauso steif und schmerzhaft sind wie mein Rücken.
 Frischen Kaffee geholt und jetzt geht es wirklich in den Endspurt! Zuerst werden alle vier Seiten fixiert, das heisst: mit groben aber festen Stichen müssen die 3 Lagen zusammengehalten werden.
 Danach die Seitenstreifen "geheftet", das ist eine Technik bei der man mit einem relativ minderwertigen Faden, die umgeschlagenen Kanten fixiert, dieser Faden wird ganz am Ende wieder herausgezogen.
 Die Seitenstreifen müssen nun mit einem sogenannten Saumstich an der Deckenkante angebracht werden - vorne und hinten.
Tadaaaaaaaaaaaaaa - nun also ist die neue Decke fertig und kann sich um den neuen Besitzer schmiegen und ihn (oder sie) warm halten.

Zum Abschluss noch ein paar Zahlen und Fakten:

280 Quadrate gezeichnet und ausgeschnitten
insgesamt 76,3 Meter genäht
Von Montag bis Freitag von 8Uhr bis ungefähr 23Uhr gearbeitet, ziehen wir Klopausen, Hausarbeit und Essen ab kommen wir auf ca. 60 Stunden (plus/minus)
das macht 15 Tassen Kaffee (maxi)
plus 7 Liter Tee
plus 7,5 Liter Mineralwasser
2 Staffeln Fringe und zwei Folgen der 3. Staffel
10 Folgen Voyager
und ca. 5-7 mehr oder weniger interessante Dokumentationen.


Mittwoch, 27. Januar 2016

Ups, schon wieder so spät?

Auweiha, da hab ich aber Einiges aufzuholen. Aber ich habe eine gute Entschuldigung: ich habe einen Arbeitsschub und den muss ich ausnutzen. Vieles was im letzten Jahr liegen geblieben war, habe ich fertig gestellt, einige Projekte angefangen und beendet... herrlich wenn es so rund läuft.

Was also habe ich alles gearbeitet:


Diese Baby-Patchworkdecke lag schon so lange in Einzelteilen herum, nun habe ich sie endlich fertig gestellt und sie kann nun einen neuen Besitzer finden.

 Einige dieser Eulenstulpen in vielen verschiedenen Farben sind von meinen Nadeln gehüpft.
 Und noch eine Patchworkdecke, diesmal eine Tagesdecke für Kinder... aber diese hat schon einen Besitzer gefunden.
 Zwischendurch wollte ich mal ein paar Jerseystoffe aus dem Vorratsschrank verarbeiten und heraus kam ein Loop für den Laden
 ... und einer für's Mäuschen
 Ihre Freundin bestellte eine komplette Puppe mit Outfit bei mir, die habe ich dann auch noch zwischen all den Patchworkdecken eingeschoben.
 Im Moment stelle ich die nächste Patchworkdecke zusammen
und in der Warteschlange befinden sich diese Sechsecke in Blau
 und diese Vierecke in Brauntönen
die Brauntöne fand ich übrigens auf einem herrlichen Kreativmarkt ganz in der Nähe, den wir vor einer Woche besuchten. Ich befand mich im Paradies, wie Ihr Euch vorstellen könnt, und habe mein Weihnachtsgeld komplett verbraten: Kartenbastelzeug und Patchworkstoffe

 Aber auch meine Mädels waren begeistert und füllten entweder ihre eigenen Stofftiere
 oder schwelgten am Ohrring-Stand.
Zwischenzeitlich brach sogar der Winter über uns herein mit Schnee und Minusgraden - Mission Rodeln war somit auch erfüllt
Richtig denkwürdig wurde es dann am letzten Wochenende: wir gaben endlich dem Wunsch unserer Mädels nach und suchten eine Eislaufhalle auf....

Vor ca. 37 Jahren durfte ich selbst das erste Mal aufs Eis und von da an war ich kaum noch davon weg zu bekommen. Sobald die Temperaturen runter kletterten, packte ich meine Eislaufschuhe und trabte zum nächst gelegenen Eislaufplatz, später fuhr ich nach der Schule direkt in die Eislaufhalle. Ich war keine Meisterin, aber ich fuhr gerne und ausdauernd und nutzte jede freie Stunde, um die Halle aufzusuchen. Sogar einen eigenen Eislaufpullover hatte ich, den meine Mutter mit gestrickt hatt - er war grau-rot und auf ihm prangte mein damaliger Spitzname: Micky.

Tja, da es aus dieser Zeit keine Fotos gibt, müsst Ihr mir das jetzt einfach so glauben... wer mich am letzten Sonntag beobachtet hat, wird es wohl bezweifeln.
Das letzte Mal stand ich vor 20 Jahren auf dem Eis und sah dabei gar nicht so doof aus - diesmal aber klammerte ich mich verkrampft ans Geländer und hangelte mich die erste Runde von einem Meter zum nächsten, jedesmal schweissnass, wenn eine Gruppe Leute gelassen am Geländer pausierten: da musste ich ja loslassen und sie grossräumig umfahren. Jesses war das peinlich! Aber ich bin ja tapfer und hing sofort eine zweite Runde an, die ich eigentlich schon etwas sicherer bewältigte... eigentlich. Allerdings machte mir mein blöder rechter Fuss einen Strich durch die Rechnung, der macht mir ja schon seit Jahren diverse Probleme (hat was mit meinem grossen Zeh zu tun, was ich hier nicht weiter ausführen will) - auf alle Fälle verkrampfte er sich komplett und das letzte Drittel der zweiten Runde stand ich nur noch leidend durch. Gut, das war dann mein Abenteuer auf dem Eis und ich brachte die extrem harten Plastikschuhe aus dem Verleih wieder zurück und schwor mir, dass ich sowas nie wieder meinen Füssen zumuten werde.
Ich bin nur froh, dass der Weltbeste aller Ehemänner, ähnliche Probleme hatte. Er wagte sich dennoch brav immer wieder mal aufs Eis.
Erstaunt war ich über unsere Mädels, die sich ohne zu zögern aufs Eis stellten und los fuhren... wow! So als hätten sie nie etwas anderes gemacht, fuhren sie eine Runde nach der anderen und wurden immer sicherer.



Ein wenig neidisch war ich ja schon, aber ich hatte meine Zeit und werde sie nostalgisch in Erinnerung behalten ;o)


Samstag, 2. Januar 2016

Frisch ins Jahr 2016

Also meine Mädels freuen sich ja immer über Silvester... aber da geht es auch ums Knallern und lange Aufbleiben. Ich, alter Silvestermuffel, empfinde gerade an diesem einen Tag im Jahr ein gesteigertes Bedürfnis, noch früher schlafen zu gehen als sonst.

Aber dafür hat mich der Arbeitseifer gepackt und ich habe zwischen den Jahren unzählige Stoffecken zugeschnitten, für insgesamt 3 Patchworkdecken und 4 Kissen (eine Kundenbestellung, die dann hoffentlich auch abgeholt wird).


 Da fiel mir ein, dass ich ja vor zwei Jahren eine Decke begonnen habe, die ich eventuell vorher fertig stellen sollte, bevor ich wieder was Neues anfange ;o)
 An Silvester habe ich 32 Häkelrosen angefertigt, die zu den Kissen gehören... und da ich mich beim Deckenähen extrem ausbreiten muss, kann ich abends - wenn wir alle vor der Glotze hocken - nur kleine Dinge nähen und bereite schon mal die Vorarbeit für die nächste Decke, dazu werden Papiersechsecke grob in Stoff eingenäht, damit die Kanten beim Zusammennähen schön gerade werden.

Nach Silvester gehört für uns schon zur Familientradition, dass wir Essen gehen und einen aussergewöhnlichen Einkaufsbummel machen, diesmal "überfielen" wir spontan einen russischen Supermarkt. Ich liebe es, ausländische Waren auszuprobieren.



 Tee in nostalgischem Gewand..... wunderschön! ... und da ist sogar einer dabei mit Rum-Schokolade Geschmack, das ängstigt mich zwar ein wenig, aber ich bin schon sehr neugierig darauf.
 Schokolade :o)
 Diverse Fertiggerichte und Dosenaufstriche
 Diese Teedose ist so schön, die muss ich etwas näher präsentieren - sieht aus wie ein altes Buch, ist aber tatsächlich eine Blechdose und der Inhalt ist loser grüner Tee.
Und jetzt muss ich ganz dringend weg... ich muss ein paar Sachen kosten und Decken nähen. ;o)